Das Diyanet muss abgeschafft oder reformiert werden

Das Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet Isleri Bakanligi) ist für die Verwaltung der 85.000 Moscheen in der Türkei und die Ausbildung der Imame zuständig. Sie kommt für die Grundsteuer, Strom- und Wasserkosten der Moscheen auf. Der Schwerpunkt der religiösen Arbeit des Diyanet liegt im sunnitischen Islam.

Das Diyanet erkennt die Aleviten nicht als eigenständige Religionsgemeinschaft an. Die Aleviten sind nach Ansicht des Diyanet lediglich eine mystische Auslegung des Islam bzw. eine Untergruppe innerhalb des Islam. Im Islam gebe es nur die Moscheen als Religionsstätten. Die Aleviten gehen aber nicht in die Moschee, sondern halten ihre religiösen Rituale in ihren Cem-Häusern ab.

Sie beklagen, dass es beim Bau solcher Cem-Häuser in den Genehmigungsverfahren oft Schwierigkeiten gibt und dass das Diyanet nicht die Strom- und Wasserkosten übernimmt, obwohl sich das Budget des Diyanet auch aus ihren Steuergeldern in der Türkei zusammensetzt.

Seit 2003 ist es für türkische Kommunen möglich, auch andere Religionsstätten anzuerkennen. Die städtebaulichen Regelungen stellen aber in der Praxis oft ein Problem für religiöse Einrichtungen dar. Letztendlich hängt dieses Recht auch von der Entscheidung des jeweiligen Bürgermeisters und der öffentlichen Verwaltung ab. Alevitische Vertreter beklagen, dass es für die bis zu 25 Millionen Aleviten lediglich 100 Cem-Häuser in der Türkei gibt. Dies reiche für die religiösen Bedürfnisse der Menschen nicht aus.

Entweder wird das Diyanet in Gänze abgeschafft, da die Türkei laut Verfassung ein laizistischer und kein sunnitischer Staat ist, oder es wird eine Art Moscheesteuer, ähnlich wie in Deutschland mit der Kirchensteuer, eingeführt und die Aleviten können sich von dieser Steuer befreien lassen. An einem Diyanet, das sich in die Belange der Aleviten einmischt und sie zu assimilieren versucht, haben die Aleviten in der Türkei kein Interesse.

Während das Diyanet übrigens die Aleviten in der Türkei nicht anerkennt, schickt sie nach Deutschland eigene „alevitische“ Gelehrte, die den in Deutschland lebenden Aleviten ein verfälschtes Alevitentum beibringen sollen. An so einem Diyanet, der sich widersrpüchlich verhält und die Menschen zu assimilieren versucht, kann niemandem gelegen sein.

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